Familienausfahrt am Sonntag, 23. August


Familienausfahrt zum Auto & Traktor Museum Bodensee in Uhldingen-Mühlhofen


Wenn die Puchfreunde zu einer Familienausfahrt einladen, bedeutet das für manche Teilnehmer vor allem eines: früh aufstehen!
Diesmal war die Abfahrt in Bregenz bereits für 8:00 Uhr angesetzt. Für unsere Freunde aus Göfis, Meiningen, Zwischenwasser und Umgebung bedeutete das also: spätestens um 7:00 Uhr den Motor starten und das an einem Sonntag!
Und als wäre das frühe Aufstehen nicht genug, zeigte sich der ansonsten völlig wahnsinnige Sommer ausgerechnet an diesem Morgen von seiner frostigen Seite. Beim Start herrschten gerade einmal +7 °C. Für eingefleischte Puchfahrer natürlich kein Grund zur Sorge, höchstens ein Grund, die Jacke noch etwas
fester zu schließen und sich zu fragen, ob man eigentlich freiwillig hier ist.
So trudelten die ersten, leicht unterkühlten Ausfahrtsteilnehmer pünktlich beim Feuerwehrhaus Rieden ein. Nach einer kurzen Aufwärmzigarette konnte die Puch-Ausfahrt starten.

Die Route führte uns über das Hinterland des Bodensees in Richtung Langnau. Dort warteten bereits Walter und Blandine, standesgemäß im Beiwagen, auf den Rest der Truppe. Von Langnau ging es weiter über Tettnang Richtung Markdorf. Alles lief bestens, bis bei einem kurzen Zwischenstopp plötzlich eine äußerst wichtige Frage aufkam:
Wo ist eigentlich der Beiwagen unser Schlußfahrzeug?
Walter und Blandine waren weg! Spurlos verschwunden.

Nun begann natürlich sofort die professionelle Ursachenforschung. Da Herbert mit seiner rauchenden TF als vorletzter Fahrer unterwegs war, lag die Vermutung nahe, dass Walter und Blandine in den dichten Rauchschwaden von Herbert schlicht die Orientierung verloren hatten. Vielleicht war es aber auch kein Nebel vom Bodensee, sondern einfach eine zu schnelle Fahrt unseres
Tourguide.

Eine andere Theorie besagte, dass Walter und Blandine einfach beschlossen hatten, sich den schönsten Platz der Ausfahrt zu sichern und zwar irgendwo, wo Herbert nicht mehr raucht. Wie dem auch sei: Nach kurzem warten war die komplette Mannschaft wieder vereint. Walter und Blandine samt Beiwagen konnten wohlbehalten aufschließen und die Fahrt wurde diesmal mit
vollständiger Besatzung in Richtung Mühlhofen fortgesetzt.
Verlustmeldung: keine.
Rauchentwicklung: vorhanden.


Kurz vor 10:00 Uhr erreichten wir schließlich unser Ziel: das Auto & Traktor Museum Bodensee in Uhldingen-Mühlhofen. Dort stand an diesem Tag die Sonderveranstaltung „Amerika erleben“ auf dem Programm.
Vor dem Museumseingang waren extra Parkplätze für Zweiräder ausgeschildert. Diese wurden von uns vorschriftsmäßig, diszipliniert und absolut vorbildlich
in Beschlag genommen. Walter diskutierte noch lautstark über die Fahrt
zum Museum.

Am Eingang wartete bereits unser Museumsführer Konrad auf uns. Nachdem die Führung kurz am Laufen war, kam eine Dame vom Museumsempfang mit der Bitte unsere Motorräder, um zu parkieren. Da der Parkplatz nicht für motorisierte Zweiräder, sondern für Bio Bike reserviert ist. Somit mussten wir alle unsere Fahrzeuge um parkieren und mit etwas Verspätung wurde die Führung fortgesetzt. Neben interessanten technischen Details gab es zahlreiche lustige Anekdoten und Geschichten und das alles in 90 Minuten. So kamen nicht nur die historischen Motoren, sondern auch unsere Lachmuskeln
ordentlich auf Betriebstemperatur. Besonders sehenswert war auch der Abstecher in die Sonderschau „Groß & Klein“, bei der es jede Menge
interessante und außergewöhnliche Exponate zu bestaunen gab.


Im Anschluss an den Museumsbesuch ging es daher zum gemütlichen Mittagessen in den angrenzenden Jägerhof. Wie sich herausstellte sind die Puchfahrer keine Vegetarier, sondern Fleischesser. Da von den 12
Puchfreunden sich 10, für Jägerhofschnitzel mit Rahmchampignons und hausgemachten Spätzle entschieden hatten. Die Spätzle waren aber keine Knöpfle wie bei uns in Vorarlberg, sondern in Streifen geschnittene Flädle.
Mit kühlen Getränken und angeregten Gesprächen wurde das Erlebte noch einmal ausführlich diskutiert.


Natürlich durfte dabei auch die eine oder andere technische Fachsimpelei bzgl. rauchenden TF’s nicht fehlen. Eine endgültige Lösung für dieses jahrzehntealte Rätsel konnte allerdings auch diesmal nicht gefunden werden. (Herbert kann euch beim nächsten Stammtisch etwas über rauchende TF’s berichten)


Nach dem Mittagessen gings auf den Museumsvorplatz auf dem die Ausstellung „ Amerika erleben“ stattfand. Wir erlebten ein unverwechselbares Flair der großen Straßenkreuzer. Mitreißende Tanzshows und jede Menge Nostalgie sorgten für echtes Amerika Feeling, dass uns in eine Zeit voller Lebensfreude, Freiheit und legendärer Musik mit Elvis eintauchen ließ.


Um ca. 14:00 Uhr hieß es schließlich wieder:
Helme auf, Motoren an und zurück Richtung Heimat.
Die Rückfahrt ging bei Traumwetter und 30°C durchs Tal der Liebe (Deggenhausertal) nach Meckenbeuren in den Garten der Hopfenstube Biegger wo wir mit kühlen Speisen und Getränken unsere Körper wieder auf Normaltemperatur brachten. Die Rückfahrt verlief erfreulicherweise ohne größere Zwischenfälle, da Walter und Blandine diesmal dort blieben, wo sie hingehörten, nämlich an die Spitze der Gruppe. Somit haben sich die morgendlichen Wogen wieder gelegt und Herbert sorgte mit seiner TF weiterhin zuverlässig für die gewohnte akustische und ölreiche Begleitung.


Je näher wir wieder Richtung Vorarlberg kamen, desto mehr konnte man spüren: Die Ausfahrt neigte sich dem Ende zu. In Bregenz um ca. 16:30 Uhr, trennten sich unsere Wege in alle Himmelsrichtungen.

Jetzt kommt die Zeit von Herbert und seiner TF.
Aber für Herbert mit seiner TF ging der ereignisreiche Tag erst richtig los. Auf der Fahrt in Richtung Meiningen zog er eine Rauchwolke hinter sich her, als ob es im ganzen Rheintal brennen würde. Dies fiel auch einer Polizeistreife in Hohenems auf und diese baten Herbert zur Seite. Es wurde festgestellt, dass er
eine nicht saubere Kraftstoffverbrennung hatte und zu viel blauer Rauch aus den beiden Auspufftöpfen qualmte und ordentlich stank. Zudem tropfte Öl aus dem hintern Abgasstrang. Über diese Verwaltungsübertretung würde eine Geldstrafe in Höhe € 150,– verhängt. Über dies Strafe machte sich
Herbert keinen Kopf. Aber jetzt geht’s weiter, er bekam von der BH Feldkirch eine Ladung für eine besondere Überprüfung beim TÜV SÜD, die bis zum 1. Oktober zu erfolgen hat. Wie ich gehört habe, gibt es bereits Puchfreunde die Herbert beim Beheben der Probleme behilflich sind damit er bei den nächsten
Ausfahrten rauchfrei dabei sein kann.


Und obwohl am Morgen bei +7 °C noch der eine oder andere Teilnehmer ernsthaft darüber nachgedacht hatte, ob eine Familienausfahrt nicht auch im warmen Wohnzimmer stattfinden könnte, waren sich am Ende alle einig:
Es hat sich wieder einmal gelohnt!


Eine tolle Strecke, schöne Puch-Maschinen, ein interessantes Museum, gutes Essen und vor allem eine gesellige Truppe machten die Familienausfahrt zu einem gelungenen Sonntag.
Ein besonderer Dank gilt allen 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die gute Stimmung und das „problemlose“ Miteinander.


Und natürlich gilt auch diesmal:
Wo Puch draufsteht, ist Abenteuer drin.
Ob mit oder ohne Beiwagen.
Ob bei +7 °C oder sommerlichen Temperaturen.
Und zur Not findet man sich eben im Herbert’schen Zweitaktnebel wieder.
Puchfreund des Tages: Herbert mit seinem schwarzen rauchenden Pferd!


Ich freue mich schon auf die nächste gemeinsame Familienausfahrt!
Euer Puchfreund
Günter Götze

UND auch dir Günter einen großen Dank für die wunderschöne Tour und die tolle Planung – mit dir findet man überall neue und interessante
Plätze/Schätze!