Puchfreundeausfahrt am Samstag, 1.8.


Ausfahrt zum Oldtimertreffen nach Prestenberg/D
„Es gibt kein schlechtes Wetter – nur die falsche Lederhose!“


Am 1. August war es wieder so weit: Die Puchfreunde machten sich auf den Weg zum alljährlichen Oldtimertreffen nach Prestenberg in Deutschland. Eigentlich hätte alles ganz entspannt beginnen sollen. Schließlich hatten wir in den letzten sechs Wochen Temperaturen erlebt, bei denen selbst der Asphalt ins Schwitzen kam.
Kein Wunder also, dass beim Stammtisch am 29. Juli nur ein Thema die Runde machte: Was ziehen wir an? Kurze Hose? Lange Hose? Oder vielleicht gleich nur das Nötigste? Die Diskussion war ebenso lebhaft wie ergebnislos und wurde vom Wetter höchstpersönlich kurzerhand beendet.
Denn als am Ausfahrtstag um 8.00 Uhr in Lauterach der Blick zum Himmel ging, war dieser mit dicken Wolken verhangen. Um 8.15 Uhr öffnete der Himmel dann endgültig seine Schleusen. Im Viertelstundentakt wechselte das Wetter zwischen Sonnenschein und sintflutartigem Regen. Wer hier auf die Wetter-App vertraut hatte, wurde genauso nass wie alle anderen.
Unsere beiden Oberländer Freunde Jochen und Charly hatten sich bei der Kleiderwahl ebenfalls schwergetan und entschieden sich schließlich für den goldenen Mittelweg – die halblange Lederhose. Sie starteten noch bei Sonnenschein, doch je näher sie dem Unterland kamen, desto mehr verwandelte sich die Ausfahrt in eine kostenlose Motorradwäsche.
Auch unsere Dornbirner Freunde blieben vom Regen nicht verschont. Unterführungen wurden kurzerhand zu Rastplätzen erklärt, Regenbekleidung zum modischen Accessoire. Nur Günter V. verzichtete mutig auf jeglichen Nässeschutz. Seine Begründung: „Ich habe schließlich beim Wasserwerk gearbeitet – mir macht Regen nichts aus!“ Der Regen sah das allerdings anders. Günter brauchte bis weit in den Nachmittag, um wieder vollständig trocken zu werden.
Neuer Treffpunkt war das schützende Dach der OMV-Tankstelle in Bregenz. Mit einer guten halben Stunde Verspätung konnten wir schließlich losfahren. An der kleinen Grenze in Hörbranz warteten bereits unsere beiden „Wurzis“ – und zwar bei strahlendem Sonnenschein. Also wurde die Regenkleidung wieder sorgfältig verstaut. Durch das wunderschöne Hinterland von Lindau führte unsere Route nach Tettnang. Dort erwartete uns bereits unser Freund Sigi mit seinen 86 Jahren, der uns mit viel Begeisterung seine beeindruckende Motorradsammlung zeigte und die spannenden Geschichten erzählte, wie er zu seinen Schätzen gekommen ist.
Währenddessen hatte seine Partnerin Renate ein Frühstück vorbereitet, das keine Wünsche offenließ: Butterbrezeln, Muffins, Kaffee und kühle Getränke ließen die regnerische Anreise schnell vergessen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für die tolle Bewirtung!
Von nun an übernahm Sigi die Rolle des Tourguides und führte uns durch die herrlichen Hopfenfelder bis nach Prestenberg. Dort warteten bereits Jürgen, Jo und Rainer, die vorausschauend Motorradparkplätze und Sitzplätze für uns reserviert hatten.
Kaum angekommen, zeigte das Wetter wieder eine andere Seite. Innerhalb kürzester Zeit wurde es so heiß, dass wir unsere Sitzplätze in den Schatten verlegen mussten. Die innere Kühlung funktionierte dabei mindestens genauso gut wie die äußere.
Insgesamt waren wir nun 17 Puchfreunde, die gemeinsam über das Gelände schlenderten und die zahlreichen Oldtimer und Raritäten bestaunten. Es gab jede Menge zu entdecken, zu fachsimpeln und natürlich auch die eine oder andere Geschichte auszutauschen.
Zum Mittagessen ging es in den Brauereigasthof Schöre nach Dietmannsweiler. Dort stellten wir fest, dass man tatsächlich auf zwei verschiedenen Wegen gleichzeitig zum gleichen Ziel gelangen kann – ein kleines Navigationswunder, das unserer guten Laune keinen Abbruch tat. Im Biergarten wurden wir mit zünftiger Musik empfangen. Spätestens jetzt fühlten sich unsere beiden Lederhosenträger wie zu Hause.
Gut gestärkt führte uns Uli Huber weiter nach Schlachters, wo er auch unseren nächsten Zwischenstopp organisierte. Dort besuchten wir Gallus Halder, ein echtes Original aus Sigmarszell. Was er über Jahrzehnte gesammelt hatte, brachte so manchen von uns zum Staunen. Alte Gerätschaften aus den letzten hundert Jahren, historische Fahrzeuge und als besonderes Highlight mehrere Lanz Bulldogs ließen die Herzen aller Oldtimerfreunde höherschlagen.
Zum krönenden Abschluss spendierte Gallus jedem noch einen Landjäger aus Schaffleisch und ein kühles Getränk – ein perfekter Ausklang eines gelungenen Tages.
Gegen 16.00 Uhr machten wir uns schließlich auf den Heimweg ins Ländle. Pünktlich zur Rückkehr wartete dort wieder der wolkenverhangene Himmel auf uns. Nach kurzer Rückfrage stellte sich erfreulicherweise heraus, dass alle wohlbehalten – und diesmal sogar trocken – zu Hause angekommen waren.
So bleibt als Fazit dieser Ausfahrt: Das Wetter kann den Puchfreunden überhaupt nichts anhaben. Lediglich die Wahl der richtigen Bekleidung sorgt hin und wieder für Gesprächsstoff. Und genau solche Geschichten sind es, die jede gemeinsame Ausfahrt unvergesslich machen.

Günter Götze